Soeben
erschienen:

Einladung zur Odyssee. Eine erkenntnistheoretische Reflexion
über die "epische Seite der Wahrheit".
In der Reihe: "Beihefte zum ORBIS LINGUARUM"
Verlag ATUT (Wroclaw) und
Neisse
Verlag (Dresden) 2008.
Kartoniert, 451 Seiten.
ISBN 978-83-7432-349-9; ISBN 978-3-940310-33-0
http://www.atut.ig.pl
http://www.neisseverlag.de
Ich sagte, das Umschlagbild müsse ein wenig lächerlich
sein, denn schließlich geht es in dem Buch darum,
dass neben dem großen Schiff Wissenschaft auch noch
der Einzelne mit seinem kleinen Erkenntnisboot ausläuft,
um auf Erkenntnisreise zu gehen. Das ist ein Ansinnen, das
man ohne weiteres sogar als sehr lächerlich bezeichnen
kann, erledigt doch die Wissenschaft die Erkenntnisarbeit
viel besser als der Einzelne, und der Einzelne kann nicht
den Anspruch erheben, mit ihr zu konkurrieren. Warum es
dennoch trotzdem auch noch nötig ist, dass auch der
Einzelmensch seine kleine Erkenntnisodyssee unternimmt,
obgleich die Wissenschaft dieses Meer ohnehin schon professionell
befischt, davon handelt dieses Buch auch.
Ich
sagte, das Meer müsse auf dem Umschlagbild drauf sein,
denn schließlich handle dieses Buch ja vom Meer, vom
Meer der Erkenntnis, auf das wir hinausfahren, um reich
an Erkenntnis wieder zurückzukommen. Ein Schiff sollte
drauf sein, am besten ein kleines Boot, denn es gehe in
dem Buch um den Einzelmenschen, der sich allein mit seinem
Boot auf Erkenntnisodyssee begibt - um das große Schiff
der Wissenschaft mache ich mir nämlich keine Sorgen,
die wissenschaftliche Erkenntnis läuft gut, aber dass
die einzelmenschliche Erkenntnis neben ihm auf der Strecke
bleibt, darum sorge ich mich. Und die Farbe des Buchumschlags
sollte hellblau sein, kein romantisches Blau, in dem man
sich träumend verliert, sondern ein strahlendes, optimistisches
Hellblau, denn wir wollen mal davon ausgehen, dass gutes
Wetter ist, wenn der Mensch zu seiner Erkenntnisreise aufbricht,
man muss ja nicht unbedingt bei schlechtem Wetter aufbrechen.
Die
Füße! - Ja, auch die kann man erklären:
Sie repräsentieren die Körpergröße
des Menschen. Diese seine Körpergröße muss
auch die Erkenntnis des Menschen haben, damit er etwas mit
ihr anfangen kann. Die Wissenschaft produziert meist Erkenntnisse
in absoluten Maßeinheiten; das ist der Grund, warum
wir sie oft nicht verstehen. Es geht darum, die menschliche
Körpergröße als Maß an die Wissenschaft
zu halten, um damit zu unterscheiden, was von dem, was sie
uns erzählt, noch verständlich ist und was nicht
mehr.
Nein,
das Buch ist kein Urlaubsbuch. Aber das bedeutet nicht,
dass man es nicht auch im Urlaub lesen könnte. Zwischen
Erkenntnis und Unterhaltung mache ich nämlich keinen
großen Unterschied. Das heißt, eigentlich mache
ich gar keinen Unterschied zwischen den beiden: Eine interessante
Erkenntnis ist unterhaltend, und gute Unterhaltung bringt
immer Erkenntnis mit sich, sonst würde ich sie nicht
für gut halten.
Und
um eben dieses Thema geht es in diesem Buch, es geht um
die "epische Seite der Wahrheit" - also darum,
ob Erkenntnisse nicht an und für sich etwas sind, das
spannend erzählt werden müsste, in der Form von
Geschichten? Und zwar nicht deshalb, um dem Menschen wissenschaftliche
Erkenntnisse unterhaltsamer zu vermitteln - das würde
gewissermaßen bedeuten, von vornherein wieder verkehrt
herum zu denken -, sondern deshalb, weil der Mensch schrittweise
lernt und mit Resultaten (von der Wissenschaft erwartet
man Resultate), zu denen er nicht hingeführt wird,
wenig anfangen kann.
Am
Ende unseres Erkenntnisweges steht - nein, nicht die ganze
Erkenntnis, so wie die Wissenschaft uns glauben macht! Nein,
dort steht das Ende der Erkenntnis. Und wenn uns dann wiederum
etwas interessiert, müssen wir von Neuem aufbrechen,
uns auf den Weg machen. Auf dem Weg zu sein aber bedeutet,
nicht angekommen zu sein.
Liebe
Besucher meiner Homepage!
Ich nehme
an, dass es Sie hierher verschlagen hat, weil Sie sich für
Philosophie interessieren, (obwohl es hier auch einige Beiträge
zur Interkulturellen Kommunikation gibt).
Im Folgenden
möchte ich Sie daher ein wenig mit der Motivation und
den Hintergrundgedanken, die hinter dieser Seite stehen,
bekannt machen, damit Sie besser einschätzen können,
wie Sie dieses Webangebot bewerten wollen.
Zum Ersten
(Motivation) ist es sicherlich so, dass mir die Philosophie
am Herzen liegt, aber diese Motivation lässt sich zweitens
(Hintergrundgedanken) nicht davon trennen, wie ich die Rolle
und das Schicksal der Philosophie in unserer heutigen Zeit
sehe und beurteile:
Kurz
gesagt, es geht der Philosophie ziemlich schlecht und vielleicht
steht sie kurz vor dem Untergang! Das hängt vor allem
damit zusammen, dass - aber das wissen viele Menschen noch
nicht - fast überall dort, wo "Philosophie"
drauf steht keine drinnen ist, allem voran in der Universität.
Ich sage
das auch ganz ohne Bitterkeit, mittlerweile ist es ja auch
schon sieben Jahre her, dass ich mein Doktoratsstudium in
Philosophie abgeschlossen habe; aber man kann das doch einsehen
(und es ist ja auch nicht kompliziert): Die Universitäten
sind wissenschaftliche Einrichtungen, so sind sie konzipiert
und so sind sie auch organisiert, deshalb muss auch Philosophie
in ihnen in Forschung und Lehre als eine wissenschaftliche
Disziplin angesehen werden. Wissenschaft aber meint eine
Wir-Perspektive auf die Welt: Wenn ein Wissenschaftler sagt:
"So ist das!" oder: "Das ist wahr!",
dann meinen diese Sätze: "Wir (alle) sollen (oder
müssen) das so sehen!"
Richtige
Philosophie hingegen hat eine Ich-Perspektive auf die Welt,
das lässt sich auch leicht ableiten: Schließlich
geht es bei der Philosophie ja um diejenige Weltanschauung
und um diejenigen Überzeugungen, denen gemäß
ich mein Leben gestalten möchte. Wenn nun der Wissenschaftler
sagt: "Wir (alle) sollen das so und so sehen!",
dann gilt das - und selbst wenn es wahr sein sollte (!)
- noch lange nicht für mich. Denn auch wenn etwas wahr
sein sollte, kann ich mich ja entschließen, im Irrtum
weiterzuleben. Philosophie aber besteht nicht einfach darin,
die Wahrheit zu finden, (welche dann vielleicht gar nichts
mit mir selber zu tun hat), sondern mein eigenes Denken
auf mein eigenes Leben anzuwenden, (wobei wir mal davon
ausgehen, dass niemand sich selbst betrügen will).
Nichts
anderes besagt auch die Differenz der Endungen -logie und
-sophie bei den einzelnen Wissenschaften und bei der Philosophie;
-logie meint "Lehre" und bezeichnet eine Sammlung
von Wissen, welches für sich selber besteht; -sophie
hingegen bedeutet "Weisheit" und meint ein Wissen,
welches Bezug hat zum individuellen und persönlichen
Leben desjenigen Menschen, der dieses Wissen hat und mit
ihm lebt. Wenn ich eine wissenschaftliche Erkenntnis mache,
so ändert sie mein Weltbild nicht; hat sich aber mein
Weltbild geändert, so ist das, was ich gemacht habe,
(weil mein Weltbild ja mehr oder weniger so etwas wie der
größte Rahmen meiner persönlichen, lebenspraktischen
Orientierung in der Welt ist), eine philosophische Erkenntnis.
So (einfach)
und auch noch auf andere Weisen könnte man den Unterschied
zwischen Philosophie und Wissenschaft erklären. Das
bedeutet aber auch: Philosophie ist heillos unwissenschaftlich!
Sie ist unwissenschaftlich, weil es in ihr ja nicht um die
Wahrheit geht, sondern um die Einsicht des einzelnen Menschen
in die Wahrheit, um die sich aber die Wissenschaft nicht
kümmert. Daraus folgt aber des Weiteren auch: Was die
Philosophieprofessoren an den Universitäten machen,
ist entgegen allem allgemeinen Dafürhalten nicht Philosophie
und hat mit ihr auch rein gar nichts zu tun! Nirgendwo ist
weniger Philosophie zu finden als bei einem Philosophieprofessor.
Ebenso
wichtig wie was Philosophie ist, ist es aber auch zu sagen,
was Philosophie nicht ist: Philosophie hat nichts zu tun
mit Glauben (Religion) und nichts mit Esoterik. Alle Argumente,
die sich auf einen wie immer gearteten Glauben an einen
Gott berufen (Religion) oder auch an einen anderen Glauben,
beispielsweise an irgendwelche Strahlungen oder an geheime
Kräfte (Esoterik), haben in einem philosophischen Gespräch
keine Berechtigung! Philosophie beschränkt sich auf
die rein rationale Diskussion.
Na, und
sehen Sie jetzt, lieber Leser, in welcher gesellschaftlichen
Zwickmühle wir stecken? In unserer Gesellschaft gilt
nämlich alles, was nicht Wissenschaft ist als irrational.
Wenn also Philosophie, so wie ich es dargestellt habe, nicht
Wissenschaft ist, dann muss sie, so werden die Leute schließen,
Religion oder Esoterik sein: Für einen Bereich zwischen
Wissenschaft und Esoterik hat die Gesellschaft keinen Platz
gelassen; deshalb werden die philosophischen Bücher
ja auch je nach Buchhandlung einmal im Regal für wissenschaftliche
Bücher und einmal bei der Esoterik eingeordnet.
Was wir
also tun müssten, was gelingen müsste, damit die
Philosophie auch in Zukunft weiter bestehen kann, ist, einen
Bereich, einen Kommunikationsbereich zu schaffen, in dem
sie so sein darf, wie sie ist. Gegenwärtig ist es so,
dass sie einmal gezwungen ist, sich als Wissenschaft zu
verkleiden und ein andermal, sich als Esoterik oder als
Religion zu verkaufen. Alles dieses bekommt ihr aber nicht,
weil sie einmal dazu gezwungen ist, ihre Orientierung auf
das individuelle Leben des einzelnen Menschen hin zu verleugnen
und das andere Mal ihre Rationalität.
Etwas
zur Entstehung dieses der Philosophie eigenen Bereichs möchte
ich mit den Texten auf meiner Homepage beitragen, indem
ich zeige, wie es in etwa vielleicht gehen könnte,
dass man
unwissenschaftlich argumentiert, ohne dadurch irrational
zu argumentieren.
Wenn Sie
etwas mit meinem Projekt anfangen können oder wenn
Sie Fragen an mich haben, dann schreiben Sie mir bitte an:

Herzlichst
Ihr
Helmut
Hofbauer
Die
unique-selling-proposition dieser Homepage
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Leseeindrücke
bei der Lektüre von Richard Rortys Buch Kontingenz,
Ironie und Solidarität
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