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So erklärt Friedrich Nietzsche, was ein Philosoph ist:

 

"Diese Naturen [die "tüchtigen und erfolgreichen Gelehrten", die "Angestellten" der Wissenschaft; Anm. H. H.] allesammt sind um der Wissenschaft willen da: aber es giebt seltenere, selten gelingende und völlig ausreifende Naturen, "um derentwillen die Wissenschaft da ist" [...] Sie sind nicht Angestellte, und auch nicht Ansteller, sie bedienen sich dessen, was von Jenen erarbeitet und sichergestellt worden ist [...] Und doch haben sie eben nur die gleichen Eigenschaften, wodurch diese Anderen sich auszeichnen, und diese mitunter sogar ungenügender entwickelt: obendrein ist ihnen eine  B e s c h r ä n k t h e i t  eigenthümlich, die Jenen fehlt, [...] - sie können nur  i n  i h r e r  e i g e n e n  L u f t , auf ihrem eigenen Boden leben. [...] Verhindert man sie, an ihrem eigenen Neste zu bauen, so gehen sie wie obdachlose Vögel zu Grunde; [...] Es fehlt ihnen jede  u n p e r s ö n l i c h e Theilnahme an einem Problem der Erkenntniss: wie sie selber durch und durch Person sind, so wachsen auch alle ihre Einsichten und Erkenntnisse wieder zu einer Person zusammen, zu einem lebendigen Vielfachen, dessen einzelne Theile von einander abhängen, in einander greifen, gemeinsam ernährt werden, das als Ganzes eine eigene Luft und einen eignen Geruch hat. - Solche Naturen [...] mit diesen ihren p e r s o n e n h a f t e n  Erkenntnis-Gebilden [...] nennt man [gewöhnlich]  P h i l o s o p h e n."

Friedrich Nietzsche: Menschliches Allzumenschliches II, Aphorismus 171 "Die Angestellten der Wissenschaft und die Anderen." KSA, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, dtv/de Gruyter 1988, 2. Aufl. (1967).

 


© helmut hofbauer 2008