| Das
Verhältnis der Philosophie zur Wissen-schaft am Beispiel
des Instituts für Philosophie der Universität
Wien
1. Einleitung: Klärung des Werts und der Relevanz
des Themas
Im
Rahmen meiner Wissenschaftsforschung, in welcher ich mich
mit der Frage beschäftige, was Wissenschaft ist oder
was heute als Wissenschaft gilt, habe ich mich nun auch
mit folgender Diplomarbeit auseinandergesetzt, welche im
Oktober 2008 am Institut für Philosophie der Universität
unter der Betreuung von Prof. Franz Martin Wimmer eingereicht
worden ist:
Gordon
A. Frutschnigg: Diplom- und Masterarbeiten am Institut
für Philosophie in Wien. Theoretische und praktische
Anforderungen in ausgewählten Schwerpunkten, Lehrende
im Interview, Themen und Ergebnisse 2005 bis 2007 im Überblick.
Was
mich an dieser Arbeit interessiert, das ist die Frage: Wie
Wissenschaft in meinem eigenen Fach, das ich studiert habe,
also in der Philosophie, funktioniert. Der Grund, warum
mich das interessiert, ist, dass ich mich in letzter Zeit
intensiv mit dem Wissenschaftsverständnis von ForscherInnen
in der Medizin und in verwandten Wissenschaften auseinandersetze
und dabei herausgefunden habe, dass alle von mir befragten
Personen in diesen Fächern eine sehr gute Orientierung
diesbezüglich haben, wie wissenschaftliche Arbeit und
die Teilnahme an der wissenschaftlichen Diskussion in ihrem
Fach funktionieren. Nicht überrascht, aber doch beschämt,
musste ich mich eingestehen, dass ich über derlei Wissen
in meinem eigenen Fach, in der Philosophie, nicht verfüge.
Was gilt in der Philosophie als wissenschaftlich, wie nimmt
man in der Philosophie an einem wissenschaftlichen Kongress
teil? – Tut mir leid, ich weiß es nicht, denn
man hat es uns während meiner Studienzeit nie beigebracht.
Damit
komme ich bereits zur Relevanz der Untersuchung, die ich
hier in diesem Text anstelle: Wenn man uns im Philosophiestudium
an der Universität Wien nicht beigebracht hat, wie
die Teilnahme an der wissenschaftlichen Arbeit in unserem
Fach funktioniert, dann kann das im Großen und Ganzen
zwei Gründe haben:
-
Dass diese Angelegenheit in der Philosophie tatsächlich
unklar ist (oder der Organisationsgrad noch nicht so weit
fortgeschritten ist wie in anderen Fächern)
-
oder es geschah aus Böswilligkeit: Indem man uns
nicht darüber aufklärte, wie wissenschaftliche
Arbeit in unserem Fach funktioniert, schloss man uns AbsolventInnen
dieses Fachs auf elegante Weise aus der Teilnahme am wissenschaftlichen
Betrieb aus und verkleinerte so die wissenschaftliche
Konkurrenz.
Diese
beiden Antwortmöglichkeiten sind dabei nicht in erster
Linie als Vorwürfe an das Fach Philosophie oder an
das Institut für Philosophie der Universität Wien
zu verstehen, sondern sie stecken gleichsam den Rahmen ab,
innerhalb dessen sich das von mir zur Diskussion gestellte
Thema bewegt: Viele scheinen in der institutionalisierten
Philosophie im Namen der Freiheit des Denkens gegen ein
zunehmende Organisierung des Wissenschaftsbetriebs in der
Philosophie zu kämpfen und dass die AbsolventInnen
dieses Fachs am Ende orientierungslos das Studium verlassen
und nicht wissen, wie sie an der philosophischen Diskussion
der Gegenwart teilnehmen können (so wie es auch mir
geht), mag für die Etablierten eine durchaus nicht
unwillkommene Nebenwirkung ihrer Bemühungen darstellen.
Zur Klarstellung: Auch ich bin kein Anhänger der totalen
Organisierung in der Wissenschaft (wie sie in machen Fächern
schon verwirklicht ist, wo ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin
bei einem jeden veröffentlichten Artikel die genaue
Anzahl der wissenschaftlichen Punkte weiß, die er/sie
mit dieser Arbeit errungen hat bzw. jährlich über
seinen/ihren Rang in der Hierarchie der weltbesten WissenschaftlerInnen
in diesem Fach informiert wird), aber die Frage ist, was
passiert, wenn die Sachlage so unklar ist wie im Fach Philosophie?
Die Freiheit und die sympathische Vielfalt in der Philosophie
– was bewirken sie auf der anderen Seite: Willkür
bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen in der
Philosophie? Feudalistische Verhältnisse in universitären
Philosophieinstituten mit persönlicher Einflussnahme
bei der Besetzung von freien Stellen?
2. Was hat Gordon A. Frutschnigg gemacht?
- Gordon
A. Frutschnigg hat in seiner Diplomarbeit Diplomarbeiten
am Institut für Philosophie der Universität
Wien von 2005-2007 untersucht. Er gibt (S. 29-99) einen
Überblick über die 200 Diplomarbeitstitel zw.
2005-2007 sowie Kurzdarstellungen der 67 Diplomarbeiten
des Jahres 2007. (Diese Kurzdarstellungen enthalten neben
dem Titel der Arbeit sowie Angaben über das Alter
und die Ausbildung des Diplomanden/der Diplomandin die
Frage, die in der jeweiligen Diplomarbeit behandelt wird,
ihren Schlusssatz und eine Kurzbeschreibung ihres Inhalts.)
-
Der zweite Hauptteil der Arbeit (S. 100-166) besteht in
Interviews, die Frutschnigg mit 25 DiplomarbeitsbetreuerInnen
des Wiener Philosophieinstituts geführt hat und deren
Auswertung.
3. Welche These oder leitende Forschungsfrage hat Frutschnigg
in seiner Diplomarbeit verfolgt?
In
seinen eigenen Worten lautet seine These: „die
theoretischen Anforderungen an Diplomarbeiten am Institut
für Philosophie bleiben teilweise theoretisch, insbesondere
hinsichtlich der im Studienrecht betonten Wissenschaftlichkeit“
(S. 167, Hervorhebung im Original, Anm. H. H.)
Der
Hintergrund dieser Fragestellung ist die Umstellung des
Betriebs von Diplom- auf Masterarbeiten im Rahmen des EU-weiten
Bologna-Prozesses, von dem Frutschnigg sagt, dass er am
Institut für Philosophie in Wien „überwiegend
abgelehnt“ werde (S. 5). Das im Zusammenhang damit
erstellte „Curriculum für das Masterstudium an
der Universität Wien“ aus dem Jahr 2007 fordert
im §6 von den Studierenden: „Die Masterarbeit
dient dem Nachweis der Befähigung, wissenschaftliche
Themen selbständig sowie inhaltlich und methodisch
nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards zu bearbeiten.“
(S. 20) Gordon A. Frutschnigg hingegen meint, dass das Philosophiestudium
am Institut für Philosophie in Wien nicht wissenschaftlich
sei und deshalb diese Forderungen aus dem Studienrecht solange
„theoretisch“ bleiben werden (also nicht praktisch
realisiert werden), solange sich das Studium selbst nicht
ändert und die Lehrenden die Studierenden von Anfang
an mit wissenschaftlichen Normen bekannt machen und deren
Einhaltung mit ihnen einüben.
| „Diese
Arbeiten sind aber nichts anderes als manche Teile der
Philosophie bzw. der Lehre. [...] Ich habe das Philosophiestudium
als eine philosophische und philosophiehistorische,
aber nicht als eine wissenschaftliche Ausbildung empfunden
und mich folglich gefragt, wie von Studierenden allgemein
etwas gefordert werden kann, das im Studium nicht allgemein
vermittelt wird. [...; S. 169] Wenn man die Qualität
der Arbeiten ändern möchte, muss man zunächst
die Qualität der Lehre bzw. der akademischen Philosophie
ändern.“ (S. 168-169) |
Die
Diplomarbeit Frutschniggs dient der Bestätigung dieser
These, sie soll der Intention des Autors nach aber auch
von praktischer Nützlichkeit für die Studierenden
sein, indem diese sich über die philosophische Orientierung
und thematische Vorlieben von DiplomarbeitsbetreuerInnen
am Institut für Philosophie in Wien informieren können.
4. Was sind die Ergebnisse von Frutschniggs Untersuchung?
Gordon
A. Frutschnigg findet seine These bestätigt:
| „Die
Diplomarbeiten spiegeln die Philosophie und das Philosophiestudium
wieder. Es lassen sich zahlreiche Arbeiten finden, die
aus meiner Sicht nicht wissenschaftlich sind.“
(S. 167) |
Im
Detail – was ist z.B. nach Frutschnigg nicht wissenschaftlich?
| „Eine
Arbeit stellt beispielsweise eine Art religiöse
Huldigung von Augustinus dar, dem sie auch gewidmet
ist, und hält fest, dass bei Augustinus „die
Vernunft erst durch die Gotteserkenntnis aufbricht“
(in deren Folge hatte Augustinus beschlossen, auf Sexualität,
Ehe und Beruf zu verzichten), ein Diplomand wählt
einen betont literarisch-poetischen Zugang zu einem
esoterischen Thema, manche [S. 168] andere Arbeiten
haben für mich eher den Charakter eines politischen
Manifests oder eines persönlichen Bekenntnisses.
Es findet sich auch eine Arbeit mit dem Titel „Existiert
Gott?“, die eine der am häufigsten betonten
Anforderungen an wissenschaftliche Abschlussarbeiten
– die Eingrenzung des Themas – negiert bzw.
karikiert (Untertitel: „Die Gottesfrage zwischen
Tradition und Neuanfang“). [...] einige Arbeiten
enthalten Aussagen, die eher humoristischen als wissenschaftlichen
Wert zu haben scheinen („People read mostly what
is written“). Manche Arbeiten schaffen kein Wissen,
da sie Standpunkte von Philosophen referieren, die man
bei diesen oder in der bereits vorhandenen Sekundärliteratur
besser nachlesen oder auf die man aus dem Gesichtspunkt
der Wissenschaftlichkeit vielleicht ganz verzichten
könnte, da auch in der Primärliteratur selbst
kein Beitrag zur Wissenschaft geleistet wird.“
(S. 167-168) |
Gordon
A. Frutschnigg fasst seine Ergebnisse mit seinen eigenen
Worten folgendermaßen zusammen:
| „Um
es abschließend noch einmal zusammenzufassen:
Alleine durch die Verwissenschaftlichung der Philosophie
im Studienrecht, die als pauschaler und unqualifizierter
Ersatz für spezifischere Qualitätsforderungen
dient und durch die das Qualitätsniveau gehoben
werden soll, wird sich an der Studiensituation und an
den Arbeiten nichts ändern. Die Hauptverantwortung
für die Probleme der Studierenden mit ihren Abschlussarbeiten
liegt bei den Lehrenden. Eine Änderung kann nicht
durch realitätsfremde Rechtstexte geschaffen werden,
sondern nur durch die Ausbildungssituation, durch das
Eingehen der Lehrenden auf die Studierenden und durch
die klare Vermittlung adäquater Anforderungen.“
(S. 173) |
5. Was sind die Konsequenzen seiner findings?
„Wenn
man sich dennoch – so wie im Curriculum des
Masterstudiums 2007 – für realitätsfremde
Betonung der Wissenschaftlichkeit der Philosophie
entscheidet, sind verschiedene Konsequenzen möglich:
-
Sprachliche Schwammigkeit. Man fasst den Wissenschaftsbegriff
bis zur Unkenntlichkeit weit und bringt die Vorgaben
dadurch scheinbar in Einklang mit der Praxis.
-
Selbstreduktion: Man trennt sich konsequent von
jenen Teilen der Philosophie, die dem jeweiligen
Wissenschaftsbegriff nicht entsprechen.
-
Ignoranz der teilweise selbst formulierten Vorgaben:
So wie auch in der Vergangenheit schenkt man den
studienrechtlichen Vorschriften keine ausgeprägte
Aufmerksamkeit, nimmt sie aber noch weniger ernst,
als es bisher der Fall war [...].“ (S. 169)
|
Ich
würde diese drei möglichen Konsequenzen (die offenbar
alle drei in der Realität vorkommen) gern mit eigenen
Worten zum Ausdruck bringen: Also (a) man fasst den Wissenschaftsbegriff
entsprechend weit, damit alles, was in der Philosophie nicht
wissenschaftlich ist, dennoch hineinpasst; (b) man wirft
aus der Philosophie alles hinaus, was nicht wissenschaftlich
ist. Interessant daran ist: (a) und (b) widersprechen einander.
Man kann freilich sich als ProfessorIn der Philosophie großzügig
zeigen und einen weiten Wissenschaftsbegriff ansetzen, aber
was man dabei aus meiner Sicht „vergisst“ (besser:
verschweigt oder zeitweilig ausblendet), ist, dass Wissenschaftlichkeit
aus der Sicht der Wissenschaft, also aus der Sicht dessen,
der beurteilt, ob etwas wissenschaftlich ist oder nicht,
ein Ausgrenzungskriterium ist: Wissenschaftlich ist etwas,
damit etwas anders als unwissenschaftlich bezeichnet und
dadurch ausgeschlossen werden kann. Die Strategie, für
die Philosophie einen „weiten Wissenschaftsbegriff“
zu reklamieren, hat daher etwas Absurdes und Selbstwidersprüchliches:
Der Wissenschaftsbegriff ist nicht dazu da, um weit zu sein.
Dann gibt es noch die Möglichkeit (c): Man nimmt die
im Studienplan festgeschriebenen Forderungen an die Wissenschaftlichkeit
der Masterarbeit nicht so ernst, doch für diesen Fall
gilt besonders, was Gordon A. Frutschnigg gleich anschließend
an diese Aufzählung der Konsequenzen anmerkt:
| „In
allen Fällen kommt den einzelnen Betreuerinnen
und Betreuern entscheidende Bedeutung zu;“ (S.
169) |
In
allen diesen drei Fällen findet sich also der oder
die DiplomandIn in großem Ausmaß der Willkür
der Beurteilung durch die einzelnen BetreuerInnen ausgesetzt.
Wo nicht Regeln zählen, zählen Personen. Oder:
Wo man sich nicht an Regeln halten kann, muss man sich an
(bevollmächtigte) Personen halten und ist diesen ausgeliefert.
Dadurch zeichnet sich eine feudalistische Organisationsweise
aus (das sagt nicht Frutschnigg, das ist meine Analyse seiner
Ergebnisse): Ich muss jemandem gefallen, oder ich muss jemanden
finden, dem meine Arbeit gefällt, weil es für
deren Qualität keine allgemeinen Standards gibt. Das
besondere Problem hierbei ist dieses: Gesetzt der Fall der
Diplomand/die Diplomandin hat eine/n BetreuerIn gefunden,
dem oder der er/sie zu gefallen imstande ist und hat die
Diplomarbeit und den Studienabschluss hinter sich gebracht
– aber nun hat der/die AbsolventIn keinerlei Gewähr,
dass die approbierte Diplom- oder Masterarbeit (und die
durch sie erlernte wissenschaftliche Arbeitsweise) auch
irgendwo anders Zustimmung finden wird. Der/die Absolventin
sieht sich in einer Situation gefangen, in der immer alles
von etwas abhängt: Man muss jemanden finden, der so
ähnlich denkt wie man selber; man muss dieser Person
sympathisch sein; diese Person muss vielleicht gerade jemanden
suchen, den sie fördern will; es muss gerade ein Platz
frei sein für einen selber – nur unter vielerlei
solcher Voraussetzungen kann die eigene wissenschaftliche
Arbeit bei anderen Anerkennung finden. Das ist pure Abhängigkeit
von Personen und von Machtpositionen und damit Feudalismus.
6. Was sind die Erkenntnisse aus den Interviews?
Die
Interviews bestätigen im Wesentlichen den von Frutschnigg
aus den Diplomarbeiten gewonnenen Eindruck über die
Einstellung des Wiener Philosophieinstituts zur Wissenschaftlichkeit
von Philosophie. Die Lehrenden bringen „massive Zweifel“
sowie „Desinteresse und Geringschätzung“
am Studienrecht“ zum Teil mit ausdrücklicher
Betonung (S. 169-170) zum Ausdruck.
„Nicht
nur in den Diplomarbeiten, sondern auch in den Interviews
mit den Lehrenden lassen sich im Sinne meiner These
zahlreiche Aussagen finden, die die Wissenschaftlichkeit
der Philosophie relativieren und die zeigen, das manche
Bestimmungen des Studienrechts am Institut für
Philosophie in Wien kaum in die Praxis umgesetzt werden.“
(S. 169)
„Der
Großteil der Lehrenden (72%) hält die Forderung
des Nachweises der Fähigkeit zu wissenschaftlichem
Arbeiten durch philosophische Diplom- und Masterarbeiten
zwar ohne Einschränkung für adäquat,
es wird hier aber auch darauf hingewiesen, dass die
Philosophie nicht sich nicht nur auf das „wissenschaftliche
Wissen“ richtet und diese Forderung nur unter
der Voraussetzung adäquat ist, dass der Wissenschaftsbegriff
„weit genug“ ist.“ (S. 170)
„Zahlreiche
Interviewte sprechen die Sonderrolle an, die die Philosophie
im Vergleich zu anderen, einzelwissenschaftlichen
Studienrichtungen einnimmt, und weisen dabei beispielsweise
drauf hin, dass „Philosophie und Wissenschaft
nicht deckungsgleich sind“. (S. 170)
„Mit
den darin [Anm. H.H.: im Curriculum 2007 für
das Masterstudium] geforderten „aktuellen wissenschaftlichen
Standards“ in der Philosophie konfrontiert,
antwortet die Mehrzahl der Befragten kritisch, ironisch,
betont distanziert oder ratlos. Insbesondere dieses
Curriculum wird teilweise mit Spott bedacht und auch
von seinen Autoren am Institut für Philosophie
relativiert; dem Studienrecht begegnen einige Lehrende
des Instituts aber ganz allgemein mit demonstrativer
Gleichgültigkeit oder Skepsis.“ (S. 170)
Einige
Reaktionen von Lehrenden auf die aktuellen studienrechtlichen
Standards: „ „Nanu!“, „Die
sind mir im Grunde herzlich egal“, „Kennen
sie das Spiel 'Bullshit Bingo’? Das wurde für
Derartiges erfunden“, „Dazu kann ich nur
sagen: 'Ha Ha Ha!’“ (S. 22)
„Das
Studienrecht kann allerdings auch für weitgehend
bedeutungslos gehalten werden, wie zahlreiche Aussagen
im Interview belegen. Durch Änderungen des Studienrechts
sieht ein großer Teil der Lehrenden –
beispielsweise bei der Ablösung der Diplomarbeit
durch die Masterarbeit – keine großen
oder keine eindeutigen Veränderungen in der Praxis.“
(S. 171)
|
7. Besonders kuriose Informationen zum „Curriculum
für das Masterstudium an der Universität Wien
2007“
Im
„Curriculum für das Masterstudium an der Universität
Wien 2007“ wurde, wie schon angemerkt, festgesetzt,
dass die Masterarbeit „dem Nachweis der Befähigung,
wissenschaftliche Themen selbständig sowie inhaltlich
und methodisch nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards
zu bearbeiten“ diene.
An
dieser Formulierung sind grundsätzlich einmal zwei
Dinge fragwürdig: Erstens unterstellt der Ausdruck
„wissenschaftliche Themen“, stellt Frutschnigg
fest, dass es auch „unwissenschaftliche Themen“
(S. 21) gebe. Zweitens fordert man in dieser Bestimmung
nicht nur die Einhaltung wissenschaftlicher Standards, sondern
sogar die Einhaltung aktueller wissenschaftlicher Standards,
was unterstellt, dass die Philosophie eine Disziplin mit
schnellem Erkenntnisfortschritt und entsprechend sich beständig
vervollkommnender Methodologie und wissenschaftlicher Standards
sei – so etwas lasse sich jedoch, so Frutschnigg,
in der Philosophie „nicht leicht erkennen“ (S.
22).
Diese
Bestimmung des Curriculums wurde nach Frutschnigg am Institut
für Philosophie in Wien und von dort lehrenden Philosophen
verfasst. Folgendermaßen reagierten die Autoren des
Curriculums, als sie in den Interviews von Frutschigg über
sie befragt wurden:
| „Besonders
interessant erscheinen hier die Reaktionen der Autoren
des Curriculums im für diese Arbeit geführten
Interview. Richard Heinrich distanzierte sich in großer
Offenheit von der Bestimmung und meinte, dass er die
entsprechende Passage im Studienplan 2002 für vernünftiger
halte. Darauf angesprochen, dass er und Konrad Liessmann
die Autoren des Curriculums sind, sagte er: „Das
stimmt, aber da haben wir etwas übersehen“
(siehe Abschnitt 4.1.15). Konrad Liessmann relativierte
die Forderung wissenschaftlicher Themen in seiner Antwort
auf die Frage, was diese Themen kennzeichne: „Bei
der Philosophie gibt es hier vom Thema keine Einschränkung“
(siehe Abschnitt 4.1.19). Auf die Einschränkung
des Curriculums auf „wissenschaftliche Themen“
angesprochen, antwortete er: „Was die Wissenschaftlichkeit
auszeichnet, ist der Zugang.““ (S. 21) |
8. Allgemeine Thesen für und gegen die Wissenschaftlichkeit
von Philosophie
Ob
die Philosophie eine Wissenschaft sei, steht auch allgemein
(also außerhalb des Wiener Philosophieinstituts) noch
nicht außer Frage. Frutschniggs Kronzeuge in dieser
Frage ist Holm Tetens, „der als Endgutachter der Deutschen
Forschungsgemeinschaft Anträge aus dem Bereich der
systematischen Philosophie samt Vorgutachten erhielt“
(S. 22).
„Offensichtlich
ist man sich unter Philosophen keinesfalls einig,
[...] ob es über die mehr oder weniger willkürliche
Lektüre bestimmter anderer Philosophen hinaus
so etwas wie einen Forschungsstand in der Philosophie
gibt. Zum anderen irritierte mich, dass in einer stattlichen
Zahl von Fällen die Gutachten strikt gegensätzlich
votieren. So präsentiert sich die Gemeinschaft
der akademisch-professionellen Philosophen als höchst
uneinig darüber, was wissenschaftliche Standards
in der Philosophie sind. Wenn diese Uneinigkeit kein
guter Grund ist, über die Wissenschaftlichkeit
der Philosophie nachzudenken [...].“
(Holm
Tetens: „Streit der Philosophen – und
trotzdem Wissenschaft? Drei Thesen zur Wissenschaftlichkeit
der Philosophie“ In: Christian Nimtz, Ansgar
Beckermann (Hg.): Philosophie und/als Wissenschaft.
Hauptvorträge und Kolloquiumsbeitrage zu GAP.
5. Mentis, Paderborn 2005. S. 97-110. S. 97;
zitiert nach Frutschnigg, S. 22) |
(zitiert
nach Gordon A. Frutschnigg, S. 3)
Holm
Tetens (2005, S. 98)
-
Die Philosophie zeichnet sich durch eine hochkontroverse
Pluralität aus, es gibt in ihr kein verbindliches
kanonisches Lehrbuchwissen.
-
Es gibt in der Philosophie streng genommen keine
Arbeitsteilung, niemand kann für andere philosophieren.
-
Der professionelle akademische Philosoph ist in
erster Linie und vor allem ein Lehrer für das
Philosophieren.
|
Wolfgang
Spohn (2005, im selben Band von Nimtz und
Beckermann, S. 81ff.)
-
Was immer die Philosophie tatsächlich ist,
schon aus politischen Gründen darf sie nie
den Anspruch preisgeben, eine Wissenschaft zu sein.
-
Es gibt vielfältige, ebenso extensive wie intensive
Zusammenhänge zwischen der Philosophie und
den Einzelwissenschaften.
-
Auch in der Philosophie gibt es viel Normal Science,
die gewiss nicht unnützer ist als viel andere
Normal Science [sic].
-
Auch in den Kerngebieten der Philosophie, ihren
großen Fragen, gibt es Fortschritt und Bereicherung
– welche heute freilich vor allem mit weiterer
Verwissenschaftlichung zu erreichen sind. Hier habe
ich mithin eine ganz andere Auffassung als Herr
Tetens.
|
Tja,
was kann ich dazu sagen? Ich stimme vollkommen mit Holm
Tetens überein: Vor allem der Umstand, dass man Philosophieren
nicht delegieren kann, dass also kein anderer für mich
philosophieren kann, scheint mir in der Wissenschaft gänzlich
nicht berücksichtigt zu sein. In der Wissenschaft ist
es nämlich schon möglich und ist vielleicht sogar
die Normalvorstellung in unserer arbeitsteiligen Welt, dass
die WissenschaftlerInnen sich berufsmäßig mit
Wissenschaft auseinandersetzen, damit eben alle übrigen
BürgerInnen frei sind, sich nicht mit Erkenntnis auseinandersetzen
zu müssen. Anders gesagt, wenn man aus der Philosophie
eine Wissenschaft macht, dann nimmt man ihr ihr „pädagogisches“
Element oder auch ihr „aufklärerisches“
Element, es ist das das Element der Selbstformung oder Persönlichkeitsbildung
des Menschen, das für Philosophie essentiell ist. Wenn
Wissenschaft Wissen produziert, ohne dass dieses Wissen
jemand weiß (also das Wissen ist z.B. nur in Büchern
oder auf Computern gespeichert), dann mag das in Ordnung
sein oder jedenfalls dem Wesen von Wissenschaft nicht widersprechen,
aber wenn jemand philosophisch nach Erkenntnis strebt, ohne
dass diese Erkenntnis wiederum auf ihn selber zurückwirkt,
dann widerspricht das dem Wesen und Ziel von Philosophie.

Philosophie
kann somit, wie Holm Tetens richtig gesehen hat, gar nicht
in das organisationelle Korsett der Wissenschaft gepresst
werden, welches zu eng ist. Die Frage ist, was machen wir
mit der Bemerkung von Wolfgang Spohn, die Philosophie dürfe
schon aus politischen Gründen nicht den Anspruch preisgeben,
Wissenschaft zu sein? Ob er natürlich tatsächlich
politische Gründe meint oder nicht doch eher die Bedürfnisse
seiner Lebenserhaltung, weil er ja als Philosophieprofessor
durch die und mit der (als wissenschaftlich) geltenden Philosophie
Geld verdient, das weiß ich nicht. Aber klar muss
uns sein, dass die Philosophie weitgehend aus allen ihren
institutionellen Verankerungen herausfallen würde,
wenn anerkannt wäre, dass sie keine Wissenschaft ist.
Wenn in unserer Gesellschaft heute etwas nicht Wissenschaft
ist, dann fließt dafür kein Geld, jedenfalls
kein staatliches Geld: Die Philosophie müsste dann
am freien Markt nach privaten Kunden suchen, die bereit
sind, für ihr Angebot Geld auszugeben, oder sie müsste
danach streben, dass analog zu den Einrichtungen in der
Kunst für sie staatliche Stipendien bereitgestellt
werden. Die Frage, ob Philosophie Wissenschaft ist oder
nicht, ist also nicht nur eine reine Sachfrage, sondern
da hängt viel dran. Letztlich ist es die Frage, ob
es der Philosophie mehr nützt oder schadet, als Wissenschaft
zu gelten. Im Anschluss an das, was ich zu Holm Tetens gesagt
habe, würde ich hier sagen: Wenn die Philosophie weiterhin
als Wissenschaft gilt, dann wird das eben damit verbunden
sein, dass sich die Menschen ein systematisch falsches Bild
von der Philosophie machen oder aber die Philosophie wird
von den UnversitätsphilosophInnen tatsächlich
zur Wissenschaft gemacht werden und wird diejenige Eigenschaft
verlieren, die sie Philosophie sein ließ: die des
individuellen Denkens, die sie in der Antike Selbstkultivierung
(„cultura animi“) und in der modernen Zeit Aufklärung
(„Wage es, selbst zu denken!“) sein ließ.
9. Was wäre, wenn Philosophie aktuell, in
der akademischen Wirklichkeit, tatsächlich eine Wissenschaft
wäre?
Betrachten
wir nun noch einmal kurz folgendes Zitat von Gordon A. Frutschnigg:
| „In
einem wissenschaftlichen Studium wäre anzunehmen,
dass das Erzielen neuer Ergebnisse und/oder die Erschließung
neuer Quellen zu den herausragendsten Kennzeichen bedeutender
Arbeiten zählen. In der Frage nach den Qualitäten
der als besonders bedeutend genannten Diplomarbeiten
werden diese Kriterien jedoch lediglich zweimal angegeben.
In einem wissenschaftlichen Studium wäre aus meiner
Sicht auch die Frage nach der durch dieses Studium vermittelten
Kompetenz sehr einfach zu beantworten. Es ist nur eine
Vermutung, aber eine Standardantwort wäre hier
meiner Meinung nach, dass das Studium die Kompetenz
vermittle, im Gebiet der Studienrichtung wissenschaftlich
arbeiten zu können. In der Philosophie hingegen
bezeichnen sieben der 25 Befragten die Frage sinngemäß
als schwierig, zeigen sich gegenüber jeglicher
Kompetenz-Vermittlung skeptisch oder schränken
ihre Antwort auf die Angabe ein, welche Kompetenzen
das Philosophiestudium vermitteln sollte. Wissenschaftliche
Kompetenz wird nur ein einziges Mal explizit genannt.“
(S. 171, Hervorhebung im Original, Anm. H. H.) |
Was
lässt sich aus diesem Zitat Wesentliches für meine
Fragestellung nach dem Verhältnis der Philosophie als
Fach zur Wissenschaftlichkeit herauslesen? Nun, Frutschnigg
sagt in dem Zitat ganz richtig: Eine Standardantwort auf
die Frage nach den Kompetenzen, die das Philosophiestudium
vermittle, wäre – wenn das Philosophiestudium
ein wissenschaftliches Studium wäre – die Kompetenz,
„im Gebiet der Studienrichtung wissenschaftlich arbeiten
zu können“. Das ist die Antwort auf eine Wie-Frage
und nicht auf eine Was-Frage: Egal, was im jeweiligen Fach
gerade als wissenschaftlicher Standard gilt, aber man lernt
jedenfalls, wie das Fach ist und wie man an ihm durch eigene
wissenschaftliche Arbeit teilnehmen kann. Dem äußerlichen
Anschein nach ist jedoch die Frage nach den – und
auch nach den wissenschaftlichen – Kompetenzen, die
ein Fach vermittelt, eine Was-Frage, also eine Frage danach,
was das für Kompetenzen sind. Auf diese Antwortsituation
(als ob einem eine Was-Frage gestellt worden wäre)
kann man sich zurückziehen, wenn man in einem diesbezüglich
schwierigen Fach wie der Philosophie nicht angeben will,
wie das Studium die AbsolventInnen auf die Teilnahme an
der wissenschaftlichen Diskussion und Erkenntnisgewinnung
im Fach vorbereitet. Das ist ein schwierigerer Gedanke,
ungleich einfacher und klarer hingegen erscheint der Umkehrschluss,
zu welchem dieses Zitat von Frutschnigg ebenfalls Anlass
gibt: Egal welche – auch welche wissenschaftlichen
– Kompetenzen ein Studium vermittelt, es vermittelt
letztlich gar keine wissenschaftlichen Kompetenzen, wenn
es die AbsolventInnen nicht zur Teilnahme an der aktuell
laufenden wissenschaftlichen Diskussion im eigenen Fach
befähigt. Denn es gibt überhaupt keine wissenschaftlichen
Kompetenzen unabhängig vom aktuell laufenden Betrieb
der wissenschaftlichen Institutionen im eigenen Fach. Wissenschaftliche
Kompetenz ist selbst nichts anderes als das Wissen über
den wissenschaftlichen Betrieb und die Teilnahmebedingungen
in ihm. Wenn jemand behauptet, es gebe wissenschaftliche
Kompetenzen oder auch wissenschaftliche Arbeitsmethoden
und –erkenntnisweisen unabhängig von den Gesetzen
des aktuell laufenden wissenschaftlichen Betriebs, dann
flunkert er und bringt uns in Gefahr, das Was der Wissenschaft
mit ihrem Wie zu verwechseln: Am Ende gewinnen wir so ein
Wissen über ein bestimmtes Was in der Wissenschaft
(ein Stück der Antwort, was Wissenschaft ist oder sein
sollte) oder auch das über eine bestimmte wissenschaftliche
Tugend oder Erkenntnismethode, aber nicht das Wissen, wie
man am Diskurs der Wissenschaft teilnimmt. Ein solches Wissen
ist Bewunderungswissen und Selbstausschlusswissen: Es dient
dazu, die Wissenschaft noch stärker zu bewundern und
sich gleichzeitig aus ihr selbst auszuschließen
10. Schlussbemerkung
Was
mich am Ende meiner Auseinandersetzung mit Gordon A. Frutschniggs
Diplomarbeit über die Diplom- und Masterarbeiten am
Institut für Philosophie der Universität zwischen
2005 und 2007 am meisten beschäftigt, ist die bevorzugte
Methode der Lehrenden, die sie verwenden, um die Philosophie
in die Wissenschaft einzugemeinden: Ich zitiere sie der
Einfachheit halber noch einmal aus den von Frutschnigg durchgeführten
Interviews:
„Finden
Sie, dass das [„dass grundsätzlich
auch eine philosophische Diplomarbeit der Nachweis der
Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten sein soll“,
Anm. H. H.] eine für die Philosophie adäquate
Forderung ist? [S. 103, Hervorhebung im Original,
Anm. H. H.]]
[...] MANFRED FÜLLSACK: Ja. Die Problematik dabei
ist aber, dass Philosophie und Wissenschaft nicht deckungsgleich
sind.
[...] GERHARD GOTZ: Das kommt darauf an, was „Wissenschaft“
heißt. Im Sinne eines argumentativen strengen
Vorgehens: ja.
[...] GÜNTHER PÖLTNER: Das hängt davon
ab, was man unter Wissenschaft versteht. Wenn der Wissenschaftsbegriff
weit genug ist, dann stimmt das. [S. 104]“ |
Das
ist also die Lösung mit dem „weiten Wissenschaftsbegriff“.
Hat die Wissenschaft einen weiten Kittel, dann haben alle
ihre Kinder darunter Platz – auch die Philosophie,
die heute eher ihr Bankert ist denn ihr Musterkind. Oft
wird diese Lösung mit dem „weiten Wissenschaftsbegriff“
auch verbunden mit dem „grundlegenden Wissenschaftsbegriff“,
was sich ganz leicht bewerkstelligen lässt: Also es
wird gesagt, die Philosophie betreibe nicht nur Wissenschaft,
sondern hinterfrage auch die Voraussetzungen von Wissenschaft
und grabe insofern also noch tiefer (und sei dadurch noch
wissenschaftlicher, wird suggeriert) als die Einzelwissenschaften.
Das
Problem, das ich bei dieser Lösung sehe, habe ich in
einem Gedanken, den ich in weiter oben in diesem Text vorgetragen
habe, schon aufzuzeigen versucht: Der Begriff der „Wissenschaft“
ist nicht dazu gemacht, um einen weiten Wissenschaftsbegriff
in sich aufnehmen zu können. Im Gegenteil, er ist dazu
geschaffen und sein Sinn ist, alles auszuschließen,
was aus irgendeinem Grund als unwissenschaftlich bezeichnet
werden kann. Es macht aus diesem Grund auch keinen Sinn,
gegen eine „Verengung“ des Wissenschaftsbegriffs
in der Gestalt eines „szientifischen Wissenschaftsbegriffs“
anzukämpfen, so wie das manche PhilosophInnen, auch
in Wien, tun, weil der Wissenschaftsbegriff an sich selber
schon eine Verengung ist, weil sein Ziel eine Verengung
ist.
Im
Zusammenhang mit diesem Problem sehe ich mich zurückversetzt
auf einen Gedanken, den ich im letzten Abschnitt dieses
Textes entwickelt habe: Alle diese Probleme ergeben sich
doch nur, solange man auf der Ebene der WAS-Frage bleibt?
Was ist Wissenschaft oder was ist wissenschaftlich in der
Philosophie? Ich glaube, dass diese Frage sehr gefährlich
ist für PhilosophiestudentInnen und –absolventInnen,
weil sie uns von einer wichtigeren Frage ablenkt: Nämlich
WIE nimmt man an der wissenschaftlichen oder akademischen
Diskussion in der Philosophie, also am gegenwärtigen
Philosophiebetrieb teil? Ist diese WIE-Frage geklärt,
erübrigt sich die WAS-Frage eigentlich. Ist die WIE-Frage
jedoch nicht geklärt, verführt uns die WAS-Frage
immer wieder dazu, dass wir irgendwo anklopfen und mit Argumenten
dafür, warum die Arbeit, die wir vorlegen, wissenschaftlich
sein soll, die Kommunikation mit Institutionen suchen, aber
diese Institutionen werden unsere Kommunikationsversuche
ohne genauere Angabe von Gründen und eingehendere Beschäftigung
mit unserer Arbeit ablehnen. Man muss sich aus diesem Grund
gegen die Frage: Was ist wissenschaftlich in der Philosophie?
– verwehren, solange sich die Philosophie nicht selbst
als wissenschaftliche Disziplin organisiert hat und das
bedeutet, solange sie sich nicht selbst wissenschaftliche
Standards auferlegt hat, auf die man sich verlassen und
auf die man sich deshalb auch berufen kann.
27.
März 2010
|